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23. November 2006 (Weitere Initiativen und Bündnisse, Sonstige Unternehmen)

Immeo-Mieter in Proteststimmung

350 MieterInnen füllten die Aula der Gesamtschule Essen-Frohnhausen. Immeo-Mieter aus Frohnhausen, aber auch Mieter der Siedlung „Heimaterde“ aus Mülheim und aus anderen Essener Stadtteilen, trafen sich zur Beratung gemeinsamer Strategien gegen die "Heuschrecken", gegen Immeo und Co. Und gegen REITs. Denn kurz vor der Versammlung war bekannt geworden, dass die ehemaligen Krupp-Wohnungen in Essen über die US-Großbank Morgan Stanley an einen Französischen REIT weiter gereicht worden waren.

Der Dortmunder Stadtsoziologe und Raumplaner Sebastian Müller informierte: REITs sei ein internationales Aktienformat für großen und anonymen Immobilienbesitz. Es werde überall in der Welt durch dieselbe Finanzlobby in einer annähernd gleichen Form auf die Beine gebracht. Vom Käufer der Immeo, dem französischen Foncière-Région-Dévelopement, sei das selbe zu erwarten, was Immeo Mieter seit 2 Jahren erfahren hätten: Mieterhöhungen wie in Frohnhausen angekündigt und Verkauf ohne Rücksicht auf langjährige Mieter. Kurz: Mit der Ruhe und der Sicherheit sei es endgültig vorbei. Auf dauernde und scharfe Auseinandersetzungen müsse man sich einrichten und dagegen ankämpfen.
In der Diskussion meldeten sich viele MieterInnen zu Wort, die oft schon 40 Jahre und länger in ihren Wohnungen leben, manche seit ihrer Kindheit. Etliche Mieter waren noch bei einem Krupp-Betrieb, manche bei verkauften ehemaligen Krupp- oder Thyssen Betrieben beschäftigt. Betriebsräte meldeten sich zu Wort.
Thyssen-Krupp, so viele Redner, habe durch seinen Verkauf der Wohnungen an Finanzinvestoren die Unsicherheit, das Verkaufskarussell und den heutigen Druck auf die Mieter ausgelöst. Thyssen-Krupp müsse in die Verantwortung dafür gezwungen werden. Dafür gab es immer viel Beifall.
Auch, dass Bürgermeister und Lokalpolitik sich einschalten müssten, um für mehr Mieterschutz zu sorgen, wurde immer wieder gefordert. Eine Wittener Mieterin, die sich als allein erziehende Hartz IV Bezieherin outete, machte klar, wie sehr sie auf ihre preiswerte Thyssen-Wohnung angewiesen sei.
Gegen Ende brachte die Versamm-lungsleitung den Vorschlag einer Demonstration am 2.12. in Essen ein. Alle hoben die Hände für die Demonstration. Mit ihr soll die Forderung nach umfassenden Mieterschutzrechten und gegen Mieterverdrängung unterstützt werden. Unter dem Motto „Sicheres Wohnen statt Wohnungsmonopoly“ richtet sich die Essener Demo auch gegen REITs und gegen die Privatisierung der LEG.
"Nicht ein paar Neurotiker haben Angst vor Veränderungen in der Welt, nicht ein paar Privilegierte suchen preiswerte Wohnungen für sich zu sichern, sondern eine Mieterbewegung will den internationalen Handel mit ihren Wohnungen beschränken", stellte der Soziologe Müller fest. .


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