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21. Dezember 2006 (Land NRW, Weitere Initiativen und Bündnisse, LEG NRW)

Beständig gesammelt

An der Basis ist LEG-Verkauf angekommen - Für die Volksinitiative „Sichere Wohnungen und Arbeitsplätze“ sind einige hundert Menschen aktiv. Unterschriften in Mengen werden aber nicht von den Großorganisationen, sondern von „Einzelkämpfern“ gesammelt. Einer davon ist der LEG-Mieterbeirat Ulrich Braun aus Dortmund-Wickede.

Es kommt vor, dass Mieter für die Volksinitiative „Sichere Wohnungen und Arbeitsplätze“ unterschreiben wollen, aber nicht bei Parteien. Braun störtdas nicht. „Ich bin unabhängig, auch wenn ich bei Informationsständen der SPD aushelfe.“ Er hat die Unterschriftenlistenauf ein Schreibbrett geklemmtund ist unterwegs an den Marktständenund in den Geschäften. Am liebstengeht er aber in seiner Siedlung imöstlichsten Stadtteil von Dortmundvon Tür zu Tür. 1360 Unterschriften beiinsgesamt 1435 Wohnungen hat er miteinigen Helfern hier gesammelt,weitere 200 in Oberevingund Scharnhorst-Ost.

Sein Bekanntheitsgrad hat ihm geholfen, die Sperre vieler Mieter vor Haustürbesuchen und Unterschriften zu überspringen. 1965 zog er mit seiner Ehefrau in die Wohnung,die sie jetzt noch bewohnen. Weil es dort anfangs nur Kohleheizung gab, zogen sie der Kinder wegen vorübergehend nach Kirchlinde und 1972 wieder zurück. Überhaupt hat Braun eine Beständigkeit im Leben entwickelt,die es so nie wieder geben kann. Geboren vor 65 Jahren in Stettin, kam er 1954 nach Dortmund. Gearbeitet hat er von der Lehre als Elektromaschinenbauer bis zum Industriemeister und zum Ruhestand im Januar 2002 bei einer Firma in Dortmund.

Einen Mieterbeirat gibt es im östlichsten Dortmunder Stadtteil Wickede seit Mitte der 70er Jahre, noch zu Neue-Heimat-Zeiten. Braun kam erst vor einigen Jahren hinzu und ist Beisitzer. Erstartete 2001 gleich mit der ersten großen Auseinandersetzung mit der LEG. Es ging um den Einbau von Zentralheizungen,wo es vorher Gasetagenheizungen gab. Eine Fremdfirma installierte die Anlage und betreibt sie im sogenannten Wärmecontracting. Braun:„Die LEG hatte uns versprochen, dass wir beim Einbau der neuen Heizung nicht finanziell schlechter gestellt werden als vorher.“ Tatsächlich existiert sogar ein entsprechender Aufsichtsratsbeschluss. Die Umstellung brachte dennoch eine hohe Kostensteigerung. Der Mieterbeirat verhandelte und es wurde neu gerechnet, bis schließlich für die Mieter eine Ersparnis von 46.000 Euro gegenüber der ersten Abrechnung herauskam.

Im selben Jahr war Ulrich Braun Mitbegründer des Zusammenschlusses „Aktionsbündnis Zukunft der LEG“. Die damalige SPD/Grünen-Landesregierung hatte den Verkauf der Landesbeteiligungan der LEG schon im Etat eingeplant, als das Bündnis aus Betriebsräten, Gewerkschaft, Mieterbeiräten und Mietervereinen mobil machte und das Vorhaben stoppte. Ob das durch die Volksinitiative erneut gelingen könnte, beurteilt Braun zurückhaltend: „Nach den Plänen der Landesregierung könnte ich wohnen bleiben. Aber ich mache das nicht für mich. Ich wäre auch mit einer sozialverträglichen Vereinbarung einverstanden. Dann hätten wir schon etwas erreicht.“


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