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11. Juni 2008 (LEG NRW)

Verkauf der LEG an die Heuschrecke Whitehall bestätigt

NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) hat heute den Verkauf der LEG an den Immobilienfonds "Whitehall" der US-Investmentbank Goldman Sachs bestätigt. Damit ist aus Sicht der Mieter ein "worst case" eingetreten. Bei dem Käufer handelt es sich um einen reinen Finanzinvestor. Mieterbund und Opposition kritisierten den Verkaufsentscheidung scharf.

Bis in letzter Minute tobte der Bieterwettstreit zwischen dem britischen Finanzinvestor Annington/TerraFirma und Whitehall. Am Ende boten die Amerikaner etwas mehr und bekamen den Zuschlag. Trotz fehlender Erfahrung auf dem deutschen Wohnungsmarkt und trotz der abschreckenden Vorstallung, die Whitehall im Bunde mit Cerberus nach dem Kauf der GSW in Berlin geboten hatte.
Der Kaufpreis für das Wohnungsunternehmen und seine Beteiligungen mit rd. 93.000 Wohnungen soll bei 787,1 Millionen Euro liegen. Das Gesamtvolumen incl. übernommener Kredite liegt bei rd. 3,4 Mrd Euro. Beobachter sprachen von Kosten von etwa 600 Euro pro Quadratmeter. Das ist wesentlich weniger als vor der Finanzkrise für Wohnungspakete gezahlt wurde.

"Der Verkauf der LEG an Whitehall ist die schlimmstmögliche Nachricht für die Mieterinnen und Mieter der LEG und der Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft", sagte der DMB-Landesverbandsvorsitzende Bernhard von Grünberg. Er warf Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor sein versprechen gebrochen zu haben, die LEG nicht an eine „Heuschrecke“ zu verkaufen. Mieterbund-Direktor Franz Georg Rips kritisierte, dass der Verkauf quasi in einem "Geheimverfahren" abgewickelt worden sei.

Scharfe Kritik auch von der Landtags-Opposition: "Steigende Mieten, weniger Mieterrechte fehlende Investitionen - das sind die zu befürchtenden Folgen des Verkaufs an den Immobilienfonds der US-Investmentbank Goldman Sachs", erklärte z.B. die Vorsitzende der Grünen NRW, Daniela Schneckenburger. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Hannelore Kraft von der SPD meinte: "Es ist ein Skandal, dass die Landesregierung die berechtigten Sorgen der LEG-Mieterinnen und -Mieter beiseite gewischt hat und stattdessen einfach an den Meistbietenden verkauft hat. Die so genannte Sozialcharta, die die Landesregierung mit Whitehall vereinbart hat, ist fast nichts wert. Sie ist kein wirksamer Schutz für die Menschen. Dass es CDU und FDP nicht um den besten Mieterschutz ging, zeigt sich auch daran, dass die Regierung einen Verkauf der LEG-Wohnungen an die interessierten Kommunen nicht ermöglicht hat." Der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (Die Linke) sagte: „Dies ist der Ausstieg des Landes aus einer sozialen Wohnungspolitik."


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