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1. Januar 2004 (Bundespolitik)

Obdachlosenzahlen steigen und sinken gleichzeitig

Wenn es draußen kälter wird, steigt für gewöhnlich das Interesse der Medien am Thema Obdachlosigkeit. In diesem Winter sind die Meldungen äußerst widersprüchlich.

So spricht die bundesweite evangelische Obdachlosenhilfe von einem dramatischen Anstieg, nachdem die Zahl der Obdachlosen in den Jahren zuvor kontinuierlich gesunken sei. Die meisten Hilfseinrichtungen seien zu mehr als 100 Prozent ausgelastet. Die Ursachen lägen in der Wohnraumverknappung, der hohen Arbeitslosigkeit und in der immer rigideren Praxis der Sozialverwaltungen angesichts knapper öffentlicher Kassen, vermutet Jan Orlt von der Diakonie Westfalen.
Betroffen sind in zunehmendem Maß Frauen. In der Dortmunder Übernachtungsstelle schlafen jetzt durchschnittlich 19 Frauen pro Nacht, deutlich mehr als ein Jahr zuvor.
NRW-Sozialministerin Birgit Fischer sieht hingegen die Obdachlosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang der 60er Jahre. 2003 seien an Rhein und Ruhr offiziell 21.163 Obdachlose registriert gewesen. In den 90ern waren es mal 100.000.
Gerlinde Fuisting von der Bochumer Beratungsstelle der Inneren Mission kann den Widerspruch erklären: „Mag sein, dass die Zahl der amtlich untergebrachten tatsächlich sinkt. Aber bei uns ist die Zahl der Betreuten, die hier eine Postanschrift brauchen, spürbar gestiegen. Die Leute tingeln mehr.“


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