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10. Juni 2013 (Vonovia)

Annington auch nach Börsengang bei den Mietern in der Pflicht

Deutsche Annington strukturiert Unternehmens­finanzierung vor Börsengang neu – Mietervereine sehen die Deutsche Annington auch nach Börsengang bei den Mietern in der Pflicht.Am 10.06.2013 bestätigte die Deutsche Annington, dass im laufenden Jahr der schon oft diskutierte Börsengang tatsächlich über die Bühne gehen soll. "Für die Mieter bedeutet der Börsengang keineswegs ein Ende der Renditeorientierung. Im Gegenteil. Dividende und Börsenkurs werden die Geschäftspolitik bestimmen", sagt Dr. Tobias Scholz, Sprecher des Mieterforums Ruhr.

Mit dem nun wohl erst nach dem Sommer geplanten Aktien­­verkauf leitet der Finanzinvestor TerraFirma den lange erwarteten Ausstieg seiner bisherigen Finanzfonds aus dem Investment ein. Mit einem geplanten Aktienbesitz von Dreiviertel der Anteile geben die bisherigen Gesellschafter aber die strategische Kontrolle über das Großunternehmen nicht ab.

Vor dem Börsengang will das Unternehmen die Finanzierungs­struktur vollständig umstellen. Die Verbindlichkeiten aus der Großverbriefung GRAND sollen durch eine Darlehensvereinbarung in Höhe von 2,5 Mrd. € abgelöst werden. Dies verschafft der Annington eventuell ein für die Finanzierungskosten günstiges Rating.

Diese Umstrukturierung sowie die geplante Kapitalerhöhung von 400 Mio. € über die Börse geben der Deutsche Annington außerdem neue Gestaltungsspielräume im Immobiliengeschäft. Restriktionen, etwa bei der Veräußerung von Beständen oder der Finanzierung von Bestandsinvestitionen, fallen weg. Aus Mietersicht ist u.a. zu befürchten, dass die offenbar beabsichtigten wertsteigernden Investitionen vor allem in mietsteigernden Modernsierungen bestehen werden, an Standorten, wo diese Mieterhöhungen durchsetzbar sind. In den letzten zwei Jahren hätten sich zwar die mieterhöhungsrelevanten Modernisierungsinvestitionen verdoppelt, die Instandsetzungsaufwendungen seien 2012 gegenüber 2011 aber sogar zurückgegangen.

Mieterforum Ruhr fordert, dass die Annington neu entstehende Handlungsspielräume unter anderem auf den Abbau des enormen Instandhaltungsstaus nutzt, der seit vielen Jahren aufgelaufen ist. Instandhaltungsaufwendungen (ohne wert- und mietsteigernde
Modernisierungen) von 10,81 €/qm/Jahr Euro pro Quadratmeter und Jahr (2011) reichen nach Ansicht der Mietervereine bei weitem nicht aus, den Rückstand aufzuholen.

Darüber hinaus gehende Modernisierungen müssten sozialverträglich und in Abstimmung mit den Mietern erfolgen. Mieterhöhungen müssten begrenzt und der Service wieder an eine erträgliche Qualität herangeführt werden, ohne dabei auf Billiglöhne zurückzugreifen.

"Von einem Erfolgsmodell Annington kann bei weitem nicht die Rede sein. Für uns ist auch dieser Vermieter zunächst einmal nicht bei den Investoren und zukünftigen Aktionären, sondern bei den Mietern in der Pflicht. Wenn der Kapitalmarkt zur Zeit dafür Geld hergeben sollte, muss jeder Cent sozialverträglich in den Bestand investiert werden“, fordert Mieterforum Ruhr.


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