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28. November 2013 (Aus den Städten)

Noch Zimmer frei im Studentenwohnheim

In den Ballungszentren und Universitätsstädten herrscht Wohnungsnot, liest man immer wieder. Bochum ist eine Universitätsstadt, mit über 50.000 Studenten sogar eine große. Und in diesem Herbst drängte ein doppelter Abiturjahrgang an die Universitäten. Trotzdem überraschte das Akademische Förderungswerk, wie an der Ruhr-Uni das Studentenwerk heißt, im Oktober mit der Meldung: „Noch Zimmer frei in unseren Wohnheimen“. Nanu?

Als erste Universität im Ruhrgebiet war die RUB schon immer eine Pendler-Uni. Rund 70 % der Studenten wohnen nicht in Bochum. Da in Bochum – anders als in Orten mit alten Universitäten – der private Wohnungsmarkt kaum auf Studenten eingestellt war, gab es andererseits schon seit den 70er Jahren eine vergleichsweise hohe Zahl an Wohnheimen. 22 davon mit 4.200 Plätzen betreibt allein das AkaFö. 18 weitere kommen von privaten Trägern hinzu, mit weiteren 1200 Plätzen. Das gibt eine Quote, die sich im Vergleich zu anderen Universitätsstädten sehen lassen kann: Für 13,2 Prozent aller Studenten hat Bochum ein Wohnheimzimmer. Köln mit seiner alten Uni kommt gerade mal auf 7,4 Prozent.

Der erwartete Andrang zum Wintersemester 2013 ist ausgeblieben. Selbst auf der Warteliste für die begehrten Einzel-Appartements stehen mit 1500 Studenten nicht mehr als sonst. Und wer keine besonderen Ansprüche an Komfort und Lage stellte, konnte bis Vorlesungsbeginn noch ganz kurzfristig ein Zimmer bekommen. Allerdings ist nicht immer alles ganz billig: Bis zu 440 € kann ein Einzelappartment kosten. Auch Einzelzimmer in WGs oder in Etage mit Gemeinschaftsküche und -bad sind nicht unter 200 € zu haben.

Preiswerte Alternativen
Da bietet der „normale“ Wohnungsmarkt inzwischen Alternativen, die auch nicht teurer sind – zumindest, wenn man sich vorstellen kann, in einer WG zu wohnen. Viele Wohnungsgesellschaften haben sich etwas einfallen lassen, um ihre Leerstandsquoten zu drücken. Immer nach dem Motto „besser billig als überhaupt nicht vermietet“ haben sie die Studenten als Zielgruppe entdeckt.

„Fett wohnen für magere 3 €“ nennt zum Beispiel die Hattinger „hwg“ ihr Programm, mit denen sie RUB-Studenten das Wohnen in Bochums südlicher Nachbarstadt schmackhaft machen will. 3 € pro qm garantierte Festmiete bis zum Examen sind ein Angebot, das nicht nur verlockend wirkt, sondern auch Planungssicherheit bietet. Bei der Deutschen Annington lautet das Motto „Aktion Wohnsinn – Wohnen für wenig Kohle“. Zwischen 139 und 179 € für eine WG-Zimmer liegen hier die Preise – inclusive kalter Nebenkosten und ebenfalls fest bis zum Examen. Und bei VIVAWEST gibt es in der Aktion „Studieren mit Köpfchen, Wohnen mit Herz“ zwar keine Mietrabatte, dafür aber eine geschenkte Einbauküche.

Das Werben um Studenten scheint Erfolg zu haben. Der befürchtete Engpass zu Beginn des Wintersemesters blieb aus, und die Unternehmen konnten ihre Leerstandsquote spürbar drücken.


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