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16. Juni 2014 (Sonstige Unternehmen)

Lünen: Verkaufskarussell: Deutsche Bank auf Einkaufstour

Das Verkaufskarussell auf dem Wohnungsmarkt hat Anfang des Jahres in Lünen-Brambauer eine weitere Runde gedreht. 350 Wohnungen bekommen einen neuen Eigentümer. Es ist der vierte in den vergangenen 16 Jahren.

Bis 1998 war die Welt in Lünen Brambauer noch in Ordnung. Die Wohnungen im Umfeld der Brambauer Straße gehörten der städtischen Lünener Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft GmbH (LSWG). Mit dem damaligen Verkauf an die RAG Immobilien GmbH begann jedoch die lange Geschichte von Eigentümer- und Verwalterwechseln und der zunehmenden Vernachlässigung des Bestandes.

Anfang 2007 kaufte die niederländische Bouwfonds Real Estate die 350 Wohnungen. Im Rahmen dieser Übernahme wurden weitreichende Mieterschutzrechte ausgehandelt, die nach wie vor Gültigkeit besitzen. „Mieter, die zum damaligen Zeitpunkt 60 Jahre und älter waren, erhielten ein Dauerwohnrecht. Alle weiteren Mieter erhielten im Falle einer Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen einen mindestens zehnjährigen Schutz vor Eigenbedarfskündigen. Diese Rechte gelten weiter“, sagt Dr. Tobias Scholz, wohnungspolitischer Sprecher beim Mieterverein Dortmund.

Zum 1. April 2014 kaufte schließlich die DWS ACCESS Wohnen Spezial 2 GmbH & Co KG, eine Tochter der Deutschen Bank, den Bestand in Lünen. Statt der bautra Immobilien aus Bielefeld ist nun die alt + kelber Immobilienverwaltung GmbH aus Wuppertal mit der Hausverwaltung beauftragt worden. Martina Bohn, Rechtsberaterin beim Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V., kann die Mieter zumindest in einem Punkt beruhigen: „Die den Altmietern vertraglich zugesicherten, erweiterten Mieterschutzrechte gelten weiter, denn grundsätzlich gilt: Kauf bricht nicht Miete. Deshalb sind keine neuen Vereinbarungen erforderlich. Also: Nichts unterschreiben und erst rechtlichen Rat einholen.“

Das gilt insbesondere für die verschickte Zustimmungserklärung zur Kautionsübertragung an den neuen Eigentümer. „Im ersten Moment erscheint es vielleicht nachvollziehbar, dass die Mietkaution auf den neuen Eigentümer übergehen soll. Doch das Mietrecht nimmt den neuen Eigentümer ohnehin in die Pflicht. Stimmen Mieter der Kautionsübertragung zu, verzichten sie freiwillig auf ihre gesetzlichen Mieterrechte. Wir empfehlen daher allen betroffenen Mietern, der Übertragung der Mietkaution nicht zuzustimmen“, erläutert die Rechtsberaterin.

Nach Bekanntwerden des Eigentümerwechsels hat der Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. die DWS angeschrieben, um über die Zukunft der Wohnungen und die Probleme der Mieter zu sprechen. Die Deutsche-Bank-Tochter reagierte umgehend. Ein Gesprächstermin ist für Anfang Juli vereinbart.


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