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11. September 2014 (Aus den Städten)

Wohnungspolitik: DOGEWO21 geschröpft

Im Geschäftsjahr 2013 kaufte das kommunale Wohnungsunternehmen DOGEWO21 sieben Problemhäuser in der Nordstadt, weitere zehn Mehrfamilienhäuser aus der Hand eines Finanzinvestors, und begann mit Planung und Bau von neun Kindertagesstätten. Die Bestandsinvestitionen in Instandhaltung und Modernisierung stiegen sogar leicht. DOGEWO21 steht damit im Vergleich zu anderen kommunalen Wohnungsunternehmen gut da und wird für eine aktive Wohnungspolitik in Dortmund genutzt.

Griff in die Kasse
Doch in Zukunft wollen die DOGEWO21-Gesellschafter – Stadttochter DSW21 (90%) und die in kommunaler Träger-schaft befindliche Stadtsparkasse Dortmund (10%) – mehr Gewinne sehen. Die Planungen sehen vor, dass für die Jahre 2015 bis 2018 ein um rund 60% höherer Bilanzgewinn erzielt werden soll. Dieser betrug im Geschäftsjahr 2013 2,3 Mio. Euro und soll ab 2015 auf 3,75 Mio. Euro steigen. Zugleich sind im aktuellen Geschäftsbericht bis 2018 keine Mittel für den weiteren Erwerb von Wohnungen oder Neubaumaßnahmen vorgesehen. Die Gesellschafter vollziehen damit eine Wende im Umgang mit DOGEWO21. In den früheren Jahren konnte das Unternehmen seine Bilanzgewinne zu 100% zur Stärkung des Eigenkapitals nutzen. Einstellungen in die satzungsgemäße Rücklage werden vor Ermittlung des Bilanzgewinnes bereits abgezogen. Bereits für das Geschäftsjahr 2012 musste das Unternehmen erstmalig wieder Ausschüttungen an seine Gesellschafter vornehmen. Der Anteil am Bilanzgewinn, der der Gewinnrücklage zugeführt werden konnte, schrumpfte damit für 2012 um 75%. Der Mieterverein Dortmund kritisierte dies bereits 2013 in einem öffentlichen Brief.

Aktive Wohnungspolitik
„Der Mieterverein sieht weitere Ankäufe von Problemimmobilien und vernachlässigten Siedlungsbeständen zu angemessenen Preisen weiterhin als dringend erforderlich. Im Neubaubereich könnte die DOGEWO21 mit öffentlich geförderten altersgerechten Wohnungen wichtige Impulse setzen. Mögliche Gewinne müssen im Unternehmen bleiben, um die Handlungsfähigkeit weiter zu erhöhen“, kommentiert Dr. Tobias Scholz den Geschäftsbericht.

In den kommenden Wochen sind Gespräche zwischen Mieterverein und den Ratsfraktionen geplant. „Wir werden uns für eine starke DOGEWO21 und eine aktive Dortmunder Wohnungspolitik einsetzen“, sagte Dr. Tobias Scholz.


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