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11. September 2014 (Griffin Rhein-Ruhr)

Corestate / Capera: Erfolgreicher Mieter-Widerstand

Zu Jahresbeginn berichtete Mieterforum über fehlerhafte und in der Höhe nicht gerechtfertigte Mieterhöhungen des Schweizer Finanzinvestors Corestate in Dortmund. Dieser übernahm im Mai 2013 die finanziell angeschlagene Fondsgesellschaft Griffin Rhein-Ruhr mit ihren rund 4.900 Wohnungen, davon rund 1.600 in Dortmund, und beauftragte ab 2014 die Capera-Immobilien Service GmbH mit der Hausverwaltung.

Nach Informationsschreiben und Mieterversammlungen im Januar suchten zahlreiche Corestate-/Capera-Mieter die Rechtsberatung des Mietervereins auf und legten Widerspruch gegen unberechtigte und überhöhte Mieterhöhungen ein. „Hauptstreitpunkt war die Begrenzung der Mieterhöhung auf den Mittelwert des Mietspiegels. Corestate verlangte hier unbegründet zu hohe Mieterhöhungen. Zudem wurden Abschläge, z.B. bei Fernwärmeversorgung nicht berücksichtigt. In zahlreichen Fällen waren die Mieterhöhungen zudem formell unwirksam“, erklärt Rechtsanwalt Martin Grebe, Leiter des Bereichs Miet- und Wohnungsrecht beim Mieterverein Dortmund.

In direkten Verhandlungen mit dem Finanzinvestor konnte der Mieterverein für seine Mitglieder – die Widerspruch eingelegt hatten – erreichen, dass die Mieterhöhungen maximal auf den Mittelwert des zutreffenden Mietspiegelfeldes begrenzt werden. Auch eine Verschiebung der ursprünglich zum 01.03.2014 vorgesehenen Mieterhöhung auf den 01.08.2014 wurde zum Vorteil der Mieter vereinbart. „Wer der Mieterhöhung bereits zugestimmt hatte, kann davon nicht profitieren und zahlt seit März 2014 die höhere Miete“, stellt Martin Grebe klar. „Wer weder zugestimmt noch Widerspruch eingelegt hat, wurde mittlerweile durch Corestate auf eine Mieterhöhung zum Oberwert verklagt.“

Ein weiterer Verhandlungserfolg gelang dem Mieterverein Dortmund für alle Corestate/Capera-Mieter in Huckarde. Corestate tauscht dort die alten Alu-(Schrott-)fenster aus und legt nun lediglich 30% der Baukosten, statt ursprünglich geplante 70% als Mieterhöhung auf die Mieter um.

Anfang August kündigte Capera den Austausch der Alufenster in der
Speckestr. 12-24 in Westerfilde an. Hier suchte Corestate bisher nicht den Weg an den Verhandlungstisch und kündigte eine höhere Umlage der Modernisierungskosten auf die Miete an. „Der Fensteraustausch ist auch hier überfällig. Die Alu-(Schrott-)fenster entsprachen bereits beim Einbau nicht den mietrechtlichen Anforderungen. Dazu liegen uns zwei Urteile des Amtsgericht Dortmund vor. Wir empfehlen den Mietern den späteren Mieterhöhungen zu widersprechen,“ stellt Martin Grebe klar.


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