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11. Dezember 2014 (Gagfah)

Ex-Griffin-Wohnungen: GAGFAH übernimmt das Ruder

Keine zwei Jahre dauerte das Gastspiel des Schweizer Finanzinvestors Corestate Capital Partners im Ruhrgebiet. Erst im Mai 2013 übernahm Corestate das Unternehmen Griffin Rhein-Ruhr von einem finanziell angeschlagenen dänischen Investor. Mieterforum berichtete.

Zum Januar 2015 übernimmt nun die GAGFAH S.A. – ein börsennotiertes Unternehmen aus Luxemburg mit einem Bestand von bisher knapp 144.000 Wohneinheiten – die 4.960 Wohnungen im Rahmen eines Unternehmenskaufes von Corestate. 1.700 Wohnungen liegen in Dortmund, davon rund 650 im Stadtteil Westerfilde und weitere 442 im benachbarten Castrop-Rauxel-Deininghausen.

Wohnungen gehen an die Börse

Für den Mieterverein Dortmund kommt der Verkauf nicht überraschend: „Corestate hatte einen Weiterverkauf immer angekündigt. Es war klar, dass die Bestände veräußert werden, sobald sich der Wohnungsbestand mit Gewinn weiterverkaufen lässt. Corestate hatte jedoch eine längere Haltedauer von drei bis fünf Jahren bekannt gegeben und versucht, sich der Stadt Dortmund als verlässlicher Partner zu präsentieren“, erläutert der wohnungspolitische Sprecher des Mietervereins, Dr. Tobias Scholz. Doch warum kann ein Wohnungsbestand erfolgreich weiterverkauft werden, wenn zum Beispiel vor Ort in Westerfilde und Deininghausen die Unzufriedenheit der Mieter wächst und zahlreiche Probleme vorliegen? Aus Sicht des Mietervereins ist das niedrige Zinsniveau auf den globalen Anlagemärkten und damit „billiges Geld“ ein wichtiger Faktor. „Alle Investoren, Fonds und Versicherungen suchen nach ‚sicheren‘ Anlagemöglichkeiten. Daher ist der Druck auf das Betongold, Immobilien also, hoch. Wir beobachten generell einen Boom bei den börsennotierten Wohnungskonzernen, die auch in NRW zahlreiche Zukäufe vermelden“, erklärte Scholz weiter.

Verhandlungen

Was der Ankauf für die Mieter bedeutet, wird maßgeblich von den Plänen und Investitionen der GAGFAH in die Wohnungen und Siedlungsbestände abhängen. Mitte November führte der Mieterverein das erste Gespräch mit dem Unternehmen. „Konkrete Planungen sind seitens der GAGFAH bisher nicht vorhanden. Es ist noch alles offen. Das Unternehmen hat anscheinend ein auf dem Papier ertragreiches Immobilienpaket erworben, ohne zu wissen, welche Probleme und Herausforderungen sich vor Ort, z.B. in Westerfilde und Deininghausen, wirklich stellen“, kommentiert Dr. Tobias Scholz den Austausch mit den zukünftigen Eigentümern.

Für viele Mietervereins-Mitglieder stellt sich noch eine andere Frage. Die Widersprüche zu den Betriebskostenabrechnungen der Jahre 2010, 2011 und 2012 sind immer noch ungeklärt. „Die begonnenen Verhandlungen mit Corestate/Capera werden durch den Mieterverein fortgesetzt, um endlich Klarheit für die Mieter zu erreichen“, erklärt Mietervereinsgeschäftsführer Rainer Stücker. 


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