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5. Januar 2016 (Vonovia)

Wenn Vonovia seine Mitarbeiter schlecht bezahlt…

... wirkt sich das am Ende auf alle Mieterinnen und Mieter des Zusammenschlusses von Deutsche Annington und Gagfah aus. Schlecht bezahlte Hausverwalter, Objektbetreuer oder Handwerker bringen eben schlechtere Arbeitsergebnisse. Die Gewerkschaft ver.di unterstützt die Beschäftigten dabei, einen Tarifvertrag durchzusetzen - und bittet Mieterinnen und Mieter um Solidarität.

Vonovia ist der Riese in der Wohnungswirtschaft. Etwa 6.000 Beschäftige arbeiten mittlerweile dort. Weil Vonovia derzeit alles daran setzt, den bisher zweitgrößten Konzern Deutsche Wohnen mit gut 2.000 Beschäftigten zu übernehmen, wird die Mitarbeiterzahl wohl noch steigen.

Den Vonovia-Neulingen droht dann eine andere Arbeitssituation: Seit mehreren Jahren werden neue Beschäftigte bei Vonovia in sogenannten „Management- Gesellschaften“ eingestellt, in denen nicht nach Tarif bezahlt wird. Dadurch – wie auch durch die Vielzahl von Fusionen und Umstrukturierungen – werden nur noch 20% der Beschäftigten bei Vonovia nach Tarif bezahlt. Für Beschäftigte bedeutet das: sie arbeiten länger, verdienen weniger, bekommen keine planbaren Lohnerhöhungen und haben weniger Urlaub. Oft arbeiten Beschäftigte mit und ohne Tarif am gleichen Arbeitsplatz, führen die gleiche Arbeit aus.

Weil die Gewerkschaften ver.di und IG-BAU die Verhandlungspartner für den bundesweiten Tarifvertrag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sind, organisieren sie nun Verstärkung für den jüngst gestarteten Kampf für einen Tarifvertrag. Per Infoblatt oder über den Blog www.wowi-vernetzt.de werden Mieterinnen und Mieter aufgeklärt und zu Unterstützungsaktionen aufgerufen. Solidarität zwischen Beschäftigten und Mietern, das findet auch die Mietergemeinschaft Essen richtig und unterstützt die Aktion.

„Schlecht bezahlte Arbeitnehmer identifizieren sich weniger mit ihrem Arbeitgeber. In der Folge werden Dienstleistungen schlechter oder teilweise gar nicht durchgeführt, die aber dennoch in der Betriebskostenabrechnung auftauchen“, erklärt Geschäftsführerin Siw Mammitzsch. Die Arbeitsbedingungen bei Vonovia und die überzogene Profitorientierung geht zu Lasten der Mieterinnen und Mieter wie auch der Beschäftigten. Für Beschäftigte bringt jede Umstrukturierung Unsicherheit und veränderte Bedingungen.

Mieterinnen und Mieter von Vonovia bekommen viel zu oft Dienstleistungen, die nicht ausreichend und nicht wirklich zuverlässig sind. Die Qualität der Dienstleitungen hängt mit sicheren Arbeitsbedingungen zusammen. Objektbetreuer und Kundenberater, die länger an einem Standort bleiben, arbeiten mit „ihren“ Mieter*innen deutlich besser zusammen. Für ver.di und die Mietergemeinschaft ist klar: Grundsätzlich gilt, dass Arbeitgeber auf Basis der Qualität ihrer Wohnungen und Dienstleistungen konkurrieren sollten, und nicht auf der Basis möglichst niedriger Löhne und Gehälter!

Der jüngst gestartete Kampf der Beschäftigten für einen Tarifvertrag lässt sich von jedem unterstützen mit Solidaritätsgrüßen an wowi.nrw@verdi.de oder per Post an Andrea Becker (ver.di-Landesbezirk NRW, Karlstraße 123-127, 40210 Düsseldorf). Weitere Unterstützungsideen werden folgen – auf dem ver.di-Blog www.wowi-vernetzt.de.


>>> Rechtsberatung für Mieterinnen und Mieter
 

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