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6. April 2016 (Grand City Property / Residential)

Aufzugsausfälle bei Grand City Properties: Stillstand

In der Dortmunder Echeloh-Siedlung sind die Mieter unzufrieden mit ihrer Vermieterin, der börsennotierten Grand City Properties. Über zwei Wochen andauernde Aufzugsausfälle strapazierten Nerven und Kondition der Mieter in zwei siebengeschossigen Hochhäusern im Echeloh 33 und 35. Mieterforum war vor Ort.

Die 69-Jährige Ruth Jaschke musste Arzttermine absagen und konnte Ihre Wohnung über zwei Wochen nicht mehr verlassen. Mit Ihrer gebrochenen Schulter und ihrem Rollator hatte sie keine Chance, die Treppenstufen bis in die 7. Etage zu bewältigen. Und sie ist nicht die einzige Mieterin in den Hochhäusern, die auf Hilfe angewiesen ist. Doch aktive Unterstützungsangebote von Seiten der Grand City Property gab es anfangs nicht. Erst nach Drängen des Mietervereins meldete sich der Hausmeister bei Frau Jaschke und besorgte deren Einkäufe. Die auf der Unternehmens-Internetseite angepriesene „aktive Mieterbetreuung“, ist weitaus weniger aktiv, wenn Mieter sie gar nicht erst erreichen können.

Doch nicht nur die Fahrstühle sorgen in Dortmund-Kley für Ärger bei den Mietern. Stolperfallen im Außenbereich, ein renovierungsbedürftiges Treppenhaus, und eine schlecht funktionierende Heizung strapazieren die Nerven der Mieter. „Mehrmals täglich muss ich meine Heizung entlüften. Sonst wird sie gar nicht richtig warm“, berichtet Ruth Jaschke. Doch nicht alle Mieter können ihre Heizkörper selber entlüften. Sie erzählen, dass dies nur in den oberen Etagen funktioniert. In den Stockwerken darunter bleiben die Heizkörper lauwarm oder fallen ganz aus. Wie etwa bei Horst Heilmann. Die Heizung im Schlafzimmer des 79-Jährigen bleibt seit Herbst 2015 kalt. Heizungsfirmen seien zwar vor Ort gewesen und Grand City Property hätte sich nach dem Stand der Dinge erkundigt, so Heilmann, doch die Heizung funktioniert weiterhin nicht. Auch in anderen Zimmern werden die Heizkörper nicht richtig warm.

Für den Mieterverein Dortmund zeigen sich hier die Grenzen der Geschäftsstrategie von Grand City Properties: „Die Wohnungsbestände werden mit minimalen Instandhaltungsbudgets gefahren. Das ist in den Hochhäusern im Echeloh unübersehbar. Eine langfristig gedachte Wohnungsbewirtschaftung sieht anders aus. Bei Aktienanlegern sieht es hingegen anders aus. Dort gilt Grand City Properties als heißer Tipp unter den börsennotierten Immobilienkonzernen“, so der wohnungspolitische Sprecher Tobias Scholz.

In Folge des Aufzugsausfalls berichteten auch die Ruhr Nachrichten Ende Februar ausführlich über die Probleme im Echeloh. „Dies scheint Schwung in die Sache gebracht zu haben. Wenige Tage später stellte sich ein neuer Grand-City-Manager persönlich bei den Mietern vor und nahm Probleme auf. Auch das Amt für Wohnen und Stadterneuerung der Stadt Dortmund haben wir informiert, um das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen. Und auch wir unterstützen die Mieter dabei, am Ball zu bleiben und ihre Rechte durchzusetzen“, so Tobias Scholz.


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