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21. März 2018 (Vonovia)

Vonovia und LEG: Aktionäre machen Kasse

Die größten Wohnungsgesellschaften in NRW, die Bochumer Vonovia und die Düsseldorfer LEG, haben sich 2017 dumm und dämlich verdient – auf Kosten ihrer Mieter. Vonovia steigerte die Durchschnittsmiete ihrer bundesweit 347.000 Wohnungen um 4,2 % von 6,02 auf 6,27 € pro qm. Bei der LEG betrug der Zuwachs 3,3 %. Die 130.000 Mieter des Unternehmens zahlen jetzt im Schnitt 5,46 € pro qm. Zum Vergleich: Die allgemeine Kostensteigerung lag 2017 bei 1,7 %.

Für beide war 2017 ein Rekordjahr: Die LEG steigerte ihren operativen Gewinn um 10,1 % auf rund 295 Mio. €, was vor allem die Aktionäre freut. Die für 2017 auszuschüttende Dividende will die LEG um ebenfalls 10,1 % auf 3,04 € pro Aktie steigern. Der Wert der Aktie stieg sogar um 25 % auf 83,81 €. Wie auch die Vonovia ist die LEG seit einigen Jahren börsennotiert.

Vonovia verzeichnete 2017 ein Rekordwachstum, wofür vor allem der Kauf der österreichischen Conwert-Gruppe sorgte. Diese Übernahme und die steigenden Mieten steigerten das operative Jahresergebnis um 21 % auf 920,8 Mio. €. Die Aktionäre werden eine Dividende von 1,32 € pro Aktie erhalten, was 20 Cent bzw. 18 % mehr sind als im Vorjahr.

Und der Wachstumskurs geht weiter: Am 12. März verkündeten die Bochumer, eine Mehrheit der BUWOG-Aktionäre – ebenfalls aus Österreich – habe sich bereits für das 5,2 Mrd. € teure Übernahmeangebot der Vonovia entschieden. Und Vonovia-Chef Rolf Buch hat auch ein Auge auf den schwedischen, niederländischen und französischen Markt geworfen. „Ich kann mir vorstellen, dass unser Auslandsgeschäft in Zukunft deutlich größer sein wird als das deutsche“, sagte er bei der Vorstellung des Jahresberichts am 6. März.

Mieter zahlen die Zeche

„Allein Vonovia wird in diesem Jahr 640 Mio. € an ihre Aktionäre ausschütten“, kritisiert Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund. „Diese Summe wäre gut eingesetzt zum Erhalt günstiger Mieten, für die Kommunikation mit und den Service für die Mieter, für die Einstellung von mehr, vor allem tarifgebundenem Personal und für die Beseitigung von Wohnungsmängeln.“

Stattdessen investiert Vonovia in „Wohnwertverbesserungen“: Von 472,3 auf 778,6 Mio. € stieg hier das Investitionsvolumen im letzten Jahr. Gemeint damit ist nichts anderes als Modernisierungen, die anschließend zu kräftig steigenden Mieten führen. „Effekte aus Wohnwertverbesserungen“ sind denn auch neben „marktbedingten Anhebungen“ Hauptursache für die höheren Mieten.

Überzogene Gewinnausschüttung

„Die Vonovia schüttet Gewinne auf der Grundlage von erwarteten Mieterhöhungen aus, die erst noch realisiert werden müssen“, kritisiert Knut Unger von der Plattform kritischer Aktionär*innen. „Sie steigert die Dividendenausschüttung um 18 %, obwohl das Jahresergebnis vor Steuern nur um 3,8 % verbessert wurde. Bereinigt man das Ergebnis um die bilanziellen Bewertungsgewinne, dann ist es sogar um 9 % vor Steuern gesunken.“ Mit anderen Worten: Die Mieten müssen weiter steigen, damit Vonovia künftig das Geld verdient, was sie bereits verteilt hat.


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