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22. September 2006 (Bundespolitik)

REIZwort: REITs

REITs (Real Estate Investment Trust) sind Immobiliengesellschaften, deren Anteile an der Börse gehandelt werden und die von Unternehmenssteuern befreit sind. In der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU ist die Zulassung von deutschen REITs nach Prüfung der steuerlichen und wohnungswirtschaftlichen Folgen vorgesehen.

REITs, eine US-Erfindung, erlebten im Zuge der nord-amerikanischen Immobilienspekulation in den 90er Jahren einen kometenhaften Aufstieg. In den USA und Kanada machen Wohnungs-REITs durch horrende Mieterhöhungen, durch Abriss von Sozialwohnungen und ihren Ersatz durch teure Eigentumsblocks, durch finanzielle Spekulationsgeschäfte und Streichung von Service-Leistungen hohe Gewinne. Mit dem Platzen der Spekulationsblase werden viele REITs von der Börse genommen. Das überflüssige Anlage-Kapital versucht sich in die europäischen und asiatischen Immobilienmärkte zu retten. Von Honkong bis Frankreich: Überall werden nationale REITs zugelassen. In Frankreich führten sie zu milliardenschweren Steuerausfällen. In Großbritannien sollen REITs zum 1. Januar zugelassen werden. Steinbrück will ebenso schnell sein.
Der Deutsche Mieterbund, der Verband der ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen GdW und der DGB sind gegen deutsche REITs. Auch innerhalb der SPD gibt es hartnäckige Widerstände. Finanzminister Steinbrück musste mit strikteren REITs-Auflagen reagieren, hält aber an den Plänen fest.
Zusätzlich will Steinbrück die Einbringung des Immobilienbesitzes von Konzernen, Versicherungen, Staat und Kommunen in REITs steuerlich stark begünstigen. Immobilien im Wert von 130 Mrd. Euro könnten in wenigen Jahren in REITs verwandelt werden.


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