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16. September 2006 (Bundespolitik)

Steinbrück will Aussaugen durch Fonds beschränken

Das Finanzministerium prüft, wie man Fondsgesellschaften daran hindern kann, die übernommenen Wohnungsgesellschaften zu sehr mit hohen Darlehen zu belasten. Damit soll verhindert werden, dass die Wohnungsunternehmen wirtschaftlich "ausgesaugt" werden.

Die riesigen Aufkäufe von Wohnungen der letzten Jahre waren zum großen Teil mit Krediten finanziert, die den gekauften Unternehmen aufgebürdet werden. Der hohe Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung (80 % und mehr) führt bei niedrigen Kapitalmarktzinsen dazu, dass der Kaufpreis aus den Mieten finanziert werden kann und gleichzeitig eine sehr hohe Rendite auf das geringe eingesetzte Eigenkapital erzielt wird.
Die wundersame Geldvermehrung geht jedoch zu Lasten der Substanz. Schon vor dem Aufkauf wurden über die Mieten Hypotheken, Kosten, Rücklagen und Gewinne der Unternehmen finanziert. Jetzt kommt die Finanzierung des Kaufpreise noch hinzu. Das kann zu Lasten der Rücklagen für Instandset-zungen gehen. Und es führt zu weiteren Zwängen, die Mieten zu erhöhen oder Wohnungen weiter zu veräußern.
Presseberichten zu Folge ist das Finanzministerium durch eine Studie alarmiert, wonach die Fonds in Europa 30 Prozent ihrer Mittelrückflüsse aus Krediten erzielen. Ein neues Gesetz soll diese Belastung in großem Stil unterbinden. Steinbrück begreift diese Initiative ausdrücklich als Zugeständnis an die REITs-Kritiker (s.S.15) in der eigenen Partei. Die steuerbefreiten REITs seien die "sozialere" Alternative zu Fonds. Bei anderer Gelegenheit begrüßte Steinbrück freilich die Fonds.


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