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24. Oktober 2006 (Bundespolitik)

REITs: Finanzbranche macht Stimmung

Nach der Ankündigung des Finanzministeriums, deutsche REITs zunächst nur ohne Wohnungen zuzulassen, macht die Finanz- und Immobilienbranche Stimmung gegen diese Beschränkung der Börsenspekulation. Dagegen begrüßte Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup die Ankündigung. Sollten Wohnungsbestände in die REITs hineingenommen werden dürfen, gefährde dies die langfristigen Ziele von Stadtentwicklung und sozialer Wohnungspolitik.

Bernd Knobloch, Chef von Deutschlands größter Immobilienbank Eurohypo erklärte gegenüber Reuters, das Herausnehmen der Wohnungen sei unbegründet. Die Mieten würden durch die Einführung von REITs nicht steigen. Andererseits hätten die Kommunen bei einem Verkauf ihrer Wohnungsbestände profitieren können.
Auch Andreas Lehner, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen AG sorgt sich laut "REITs in Deutschland" um die Kommunen: "Ihnen wird die Chance genommen, Wohnungsbaugesellschaften zu privatisieren, ohne sie an komplett verkaufen müssen." Er gehe davon aus, dass es früher oder später auch zu Wohnungs-REITs kommen wird, da schon die Kommunen entsprechenden Druck auf die Bundespolitik ausüben würden. Bis dahin müssten die Commercial-REITs als Lokomotive für den gesamten Sektor fungieren.
Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß reagierte auf die Branchen-Äußerungen als widersprüchlich. Zuvor habe sie argumentiert, der weitaus größte Teil der Wohnimmobilien komme ohnehin für REITs nicht in Frage. Jetzt heiße es, dass es ohne Wohnimmobilien keinen konkurrenzfähigen Markt geben werde.


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