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10. März 2007 (Ohne Kategorie)

DMB-Landesverband: Zurück in Reih und Glied

Das ist jetzt sieben Jahre her: Nach monatelangem Streit um die Aufnahme der Mietergemeinschaft Essen, dem Umgang mit Mieterinitiativen und die Professionalisierung der Verbandsarbeit verließen die Mietervereine Bochum, Dortmund und Witten 1999 den DMB-Landesverband NRW und wurden - eine Ausnahme in der Verbandsstruktur - Direktmitglied im Deutschen Mieterbund. Zum 1. Januar sind die "DoBoWis", wie sie im Verbandsjargon genannt werden, als Vollmitglieder in den Landesverband zurückgekehrt - ein Jahr früher als geplant. "Mieterforum Ruhr" als Regionalaer Zusammenschluss wird dennoch erhalten bleiben.

Zurückgekehrt ist allerdings nur halb richtig. Denn der DMB-Landesverband NRW ist nicht mehr der gleiche, dem die drei Vereine damals den Rücken gekehrt haben. 2004 fand die Vereinigung mit dem Landesverband Rheinland statt. Über 50 Jahre lang, während der gesamten Nachkriegs-Geschichte, hatte es im Bundesland Nordrhein-Westfalen zwei Landesverbände im Deutschen Mieterbund gegeben.

Der neue Verband ist mit über 65 Vereinen in 105 Städten und über 350.000 Mitgliedern der mit Abstand größte Landesverband im DMB - und endlich auch da beheimatet, wo er hingehört: in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Zuvor sass der westfälische Verband in Dortmund, der rheinische in Köln - und das ist, von Düsseldorf aus gesehen - feindliches Ausland.

Schwierige Verhandlungen

Die Voraussetzungen waren trotzdem alles andere als günstig für eine Rückkehr. Denn zahlreiche Personalien und andere Querelen beschäftigten den neuen Landesverband - eigentlich ganz normal nach so einer Elefantenhochzeit. So machten denn die „DoBoWis“ auch keinen Hehl daraus, dass ihnen eine Verlängerung der Direktmitgliedschaft im DMB das liebste gewesen wäre.

Da jedoch spielte der Berliner Dachverband nicht mit. Zu viele Begehr-lichkeiten waren in den vergangenen Jahren gewachsen bei Vereinen mit knappen Kassen. Denn durch die Direktmitgliedschaft hatten die „DoBoWis“ auch Beiträge gespart, und damit die regionale politische Arbeit vor Ort finanziert. Vereinskassierer mit leeren Taschen aber kommen durchaus auf die Idee, ebenfalls Beiträge sparen zu wollen, aber nicht, um damit Politik zu finanzieren, sondern um die Vereinskasse zu schonen.

Die Verhandlungen um die Rückkehr begannen früh und waren äußerst langwierig. Lange Zeit sah es aus, als gäbe es nichts, was den Vereinen im "Mieterforum Ruhr" das Gefühl geben könnte, es habe sich etwas bewegt auf der anderen Seite. Doch im Dezember ging - nicht zuletzt durch Vermittlung von Bundesdirektor Franz-Georg Rips, plötzlich alles ganz schnell.

Der Grund, warum die Rückkehr nun schon nach sieben statt acht Jahren „ruhender Mitgliedschaft“ erfolgt, ist einfach: Die eigentlich auf der Delegiertenversammlung 2006 fälligen Vorstandswahlen wurden auf 2007 verschoben. Nun wird im April eine weitere Delegiertenversammlung in Köln geben. Aller Voraussicht nach kommt es dort zu einem Führungswechsel im Vorstand. Mit Sicherheit kandidiert Bernhard von Grünberg vom Mieterverein Bonn (siehe Bild oben), der sich in letzter Zeit auf allen politischen Terminen getummelt hat, wo Mietervertretung gefragt war - explizit auch bei der Volksinitiative gegen den LEG-Verkauf. Und auch den „DoBoWis“ wurde ein Posten im neu zu wählenden Vorstand angeboten.

Antreten wird Michael Wenzel (47), Geschäftsführer beim Mieterverein Bochum, dem größten der drei Vereine. Seine Wahl gilt als sehr wahrscheinlich. Und auch ein weiteres Problem ist inzwischen gelöst. Die Mietergemeinschaft Essen, an deren Nicht-Aufnahme 1999 der Streit eskalierte, ist inzwischen in den Landesverband aufgenommen worden.

Regionalisierung

Zudem wird neben den bereits bestehenden Arbeitskreisen "Recht", "Organisation" und "Wohnungspolitik" ein Arbeitskreis "Wohnungsunternehmen" eingerichtet, der sich vor allem mit den Umwälzungen auf dem Wohnungsmarkt durch immer mehr Verkäufe an Fondsgesellschaften befassen soll, und dessen Leitung den "DoBoWis" übertragen wird. Außerdem wird es ein vom DMB in Berlin finanziertes Projekt zum gleichen Thema geben.

Und neu ist auch ein deutlicher Anstoß zu einer Regionalisierung im Verband. Benachbarte Vereine sollen sich - durchaus nach dem Vorbild der "DoBoWis" zu regionalen Gruppen zusammenschließen, um Mieterinteressen in der Region gegenüber Unternehmen besser vertreten zu können, aber auch, um sich gegenseitig mit Personal und Organisation zur Seite zu stehen - ein unschätzbarer Vorteil gerade für kleine Vereine, die Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr aus eigenen Mitteln niemals finanzieren könnten.


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Arbeitsgemeinschaft der Mietervereine Bochum, Dortmund, Witten, Mietergemeinschaft Essen

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