Wohnungspolitik
7. März 2007 (Wohnungspolitik, Ohne Kategorie)

Stadtwerke senken Strom- und Gaspreise

Erste Reaktionen auf die Drohgebärden aus Brüssel? Abwehrkampf gegen neue Konkurrenz? Oder doch nur ein ganz normaler Vorgang? Zahlreiche Stadtwerke in NRW haben sinkende Strom- und Gaspreise angekündigt.

Bochum machte den Anfang: Am 1. März senkten die Stadtwerke die Strompreise. Die Gaspreise folgen am 1. April. 100 Euro im Jahr sollen die Kunden dann im Schnitt sparen. Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck, Hattingen, Hagen, Lüdenscheid und Kamen sind mit von der Partie. Teilweise soll das Heizen um über sieben Prozent billiger werden. Die Kölner Rheinenergie bietet sogar 8,5 Prozent weniger - und das nach zwei Jahren ständiger Preiserhöhungen, Boykottaufrufen, Klagen. Was ist los auf dem Energiemarkt?

Über die Ursachen wird kräftig spekuliert:
- Da sind immer mehr Gerichtsbeschlüsse, die die Energieliefe-ranten zwingen, ihre Preiskalkulation offen zu legen - was diese mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser. Schließlich soll der Kunde nicht merken, wie viel Gewinn in dem Preis für eine Kilowattstunde steckt.
- Da sind die Drohungen aus Brüssel, Netzbetreibung und Energielieferung voneinander abzukoppeln, um die Macht der Konzerne zu brechen (siehe Seite 16). Sinkende Preise könnten besänftigend auf die EU-Kommissare wirken.
- Da mischt Großlieferant E.on neuerdings unter dem Namen „E wie einfach“ den Endkunden-Markt auf und kündigt an, alle Preise um einen Cent zu unterbieten. Konkurrenz belebt das Geschäft.

Für Michael Feist, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft ist dagegen alles ein ganz normaler Vorgang: „Wir haben immer gesagt, dass die Bindung der Gaspreise an den Ölpreis keine Einbahnstraße nach oben ist. Auf dem Weltmarkt beobachten wir seit einiger Zeit sinkende Energiepreise. Das schlägt sich nun in sinkenden Preisen für die Endverbraucher nieder.“

Die freuen sich sicher über die Entlastung ihres Portmonees - und pfeifen auf die Ursachen.


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