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7. März 2008 (Sonstige Unternehmen)

Babcock & Brown

Babcock & Brown ist ein australischer Finanzinvestor, der u.a. für Kapital aus australischen Pensionsfonds nach günstigen Anlagen sucht. Zum B&B-Vermögen von 44 Mrd. Euro gehören Eisenbahngesellschaften, eine Flugzeugflotte und seit 2003 auch Wohnungen in Deutschland.

Zum Beispiel in Salzgitter. Dort kaufte B&B im Jahr 2004 13.500 Wohnungen, die ehemals zur Preussag gehörten. Bereits im Oktober 2005 wurden 4600 Wohnungen aus diesem Paket an eine dänische Immobiliengesellschaft weitergehandelt. 2007 verkauften die Dänen ihre Bestände an die Vivacon AG weiter. Und der Rest von B&B in Salzgitter ging im gleichen Jahr an die Colonia Real Estate AG.
Für die Mieter sollte sich bei diesen Spielchen angeblich nichts ändern. In Salzgitter und Kassel explodierten jedoch die Nebenkosten, vor allem Gartenpflege und Hauswartdienste. Dienstleistungen, die an eine Firma innerhalb des Konzerns vergeben waren. Mieter in Salzgitter gründeten daraufhin einen eigenen Verein. Es folgten gegenseitige Strafanzeigen. Die jetzigen Eigentümer scheinen die Abrechnungsfehler vermeiden zu wollen.
2005 verkaufte die Wohnungsgesellschaft Münsterland (WGM) , an der die landeseigene LEG zu 50 % beteiligt ist, 630 Sozialwohnungen in Münster-Kinderhaus an Babcock & Brown. Der neue Eigentümer versprach zu investieren, mindestens eine halbe Million pro Jahr. Heute ist davon wenig zu spüren. Die Wohnungsverwaltung erklärte, in Kinderhaus gebe es zu viel Vandalismus und große Investitionen lohnten sich nicht. Zahlreichen Mietern wurde inzwischen fristlos gekündigt. Die Leerstandsquote ist von 5 auf 17 % gestiegen. Der ohnehin sozial labile Stadtteil hat ein Problem mehr.


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