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5. März 2010 (Ohne Kategorie)

Serie Wohnprojekte: Nawobo - Nachbarschaftlich Wohnen in Bochum e.V.

Wohnprojekte können unterschiedliche Rechtsformen haben. Der "Klassiker" ist die eigene Genossenschaft. Aber auch die GmbH kommt zusehends in Mode. Beide Methoden erfordern Kapital. Wer das nicht hat, braucht einen Partner, der das Projekt baut - beispielsweise eine bereits existierende Wohnungsgesellschaft. Für die Kooperation mit diesem Partner wählt man meist die Rechtsform des "eingetragenen Vereins". Auch die Mitglieder von NaWoBo haben sich für diese Variante entschieden. Und sie haben noch Plätze frei ...

An der Wasserstraße in Bochum Weitmar, gegenüber dem Friedhof St. Franziskus steht ein großes Bauschild. Dort verkündet die Bochumer Wohnstätten Genossenschaft eG ihr jüngstes Bauprojekt, auf das etliche Menschen schon ungeduldig warten. Die Mitglieder des Vereins "NaWoBo e.V." sehen hier der Realisierung eines Traumes entgegen, den zumindest einige von ihnen schon seit 2003 träumen.

In direkter Nachbarschaft des großen Grüngebiets an der Holtbrügge entstehen hier 17 Wohneinheiten nach neuesten ökologischen Standards, alle barrierefrei und mit Balkon oder Terasse, zwischen 52 und 97 qm groß. Die Wohnungen sind zum Teil Sozialwohnungen, zum Teil freifinanzierte. Die Mieten werden zwischen 5,25 und ca. 6,90 € pro qm liegen.

Das Besondere liegt jedoch in den Gemeinschaftseinrichtungen: Es wird einen Gemeinschaftsraum mit Gästezimmer geben, einen gemeinsamen Garten und auch eine gemeinsame Werkstatt. Denn hier sollen nicht einfach irgendwelche Mieter einziehen, sondern Menschen, für die "zusammen leben" etwas mehr bedeutet als Tür an Tür zu hausen.

"Durch das Bauschild an der Straße und einen Bericht in der Mitgliederzeitung der BWG melden sich viele Interessenten bei uns, die einfach nur eine Wohnung suchen", erzählt Jörg Röder, der mit seiner Frau Karin hier einziehen will. "Denen müssen wir dann schon sagen, dass wir uns hier gegenseitig helfen und füreinander da sein wollen. Wir wollen Nachbarn im allerbesten Sinne sein." - "Aber eben auch mal die Tür hinter uns zu machen können", ergänzt Roswitha Carneim. "Aber ich bin gerne die Oma des Vereins und betreue Kinder, wenn die Eltern etwas vorhaben".

NaWoBo strebt eine gute Mischung der Bewohner an: Ein Drittel Familien mit Kindern, ein Drittel Menschen mittleren Alters und ein Drittel Ältere über 55. In allen Kategorien gibt es noch freie Wohnungen.

Die Geschichte von NaWoBo ähnelt der vieler Mehr-Generationen-Projekte. Petra und Jürgen Elias haben 2003 angefangen, darüber nachzudenken, wie sie später wohnen wollen. Mitstreiter zu finden, war jedoch nicht einfach. Ein VHS-Kurs brachte den Durchbruch. Menschen fanden sich zusammen, machten sich auf Tagungen schlauer und fanden so schließlich auch einen Partner: die Bochumer Wohnstätten Genossenschaft eG.
Am 5. September 2008 wurde der Kooperationsvertrag mit der BWG unterzeichnet, der unter anderem regelt, dass NaWoBo das Erstbelegungsrecht an den Wohnungen hat. Für Helga Banke, Abteilungsleiterin Kundenbetreuung bei der BWG, ist die Zusammenarbeit mit so einem Projekt ebenfalls Neuland. "Die Zusammenarbeit mit NaWoBo ist sicherlich anspruchsvoller als bei normalen Kunden, aber auch sehr interessant. Der Kerngedanke des nachbarschaftlichen für einander Einstehens im Wohl und Wehe hat uns gefallen, denn das ist ja auch die genossenschaftliche Grundidee."

Auch die NaWoBo-Mitglieder sind zufrieden mit ihrem Partner: "Die haben natürlich teilweise andere Interessen als wir, schließlich müssen sie die Wohnungen 100 Jahre lang vermieten können - und wer weiß, wie lange es uns gibt", sagt Nora Burda. "Aber sie sind immer gesprächsbereit, und wo gibt es das schon, dass ich als Mieterin über den Grundriss meiner künftigen Wohnung mitreden kann?"


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