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20. September 2010 (Ohne Kategorie)

Wohnung zu klein? Miete mindern!

Ist eine gemietete Wohnung tatsächlich über 10 % kleiner als im Mietvertrag angegeben, handelt es sich um einen Wohnungsmangel. Auch ca.-Angaben im Vertrag rechtfertigen keine Abweichung von weiteren 5 %. Das hat der Bundesgerichtshof geurteilt.

Ein Aachener Vermieter hatte im Mietvertrag die Wohnfläche mit "ca. 100 Quadratmeter" angegeben. Tatsächlich war die Wohnung nur 83,19 Quadratmeter groß. Das Landgericht wollte bei der vereinbarten Wohnfläche Abweichungen von plus/minus fünf Prozent akzeptieren und die berechtigte Mietminderung auf Grundlage einer Wohnflächendifferenz von 95 Quadratmetern zu 83,19 Quadratmetern berechnen.

Der Bundesgerichtshof betonte, wie schon in früheren Entscheidungen (z. B. BGH VIII ZR 133/03), dass ein Wohnungsmangel immer vorliegt, wenn die Flächenabweichung mehr als zehn Prozent beträgt. Die zehnprozentige Toleranzgrenze ist eine Ausnahmeregelung, sie schließt eine zusätzliche Toleranz aus. Dem relativierenden Zusatz "ca." kommt keine Bedeutung zu.

Nach dieser Entscheidung kann der Mieter wegen der Flächenabweichung von etwa 17 Prozent auch die Miete um 17 Prozent kürzen. Gleichzeitig hat der Mieter das Recht, in der Vergangenheit zu viel gezahlte Miete zurückzufordern. Dieser Rückforderungsanspruch verjährt nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt aber erst dann zu laufen, wenn der Mieter weiß, dass er entsprechende Ansprüche hat.

AZ: BGH VIII ZR 144/09


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