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13. Dezember 2005 (Ohne Kategorie)

Bewegung in Sicht? Gaspreise in Bochum und Witten

Die Wellen schlagen hoch: Die massiven Gaspreiserhöhungen bringen die Energieversorger auch in Bochum und Witten in immer größere Erklärungsnöte.

Begründet werden die Preissteigerungen von den kommunalen Versorgern mit den höheren Einfuhrpreisen für Gas.
Bei den Bochumer Stadtwerken bedeutete dies zum 01.01.2005 - je nach Gastarif - eine Steigerung um bis zu 10,3 %. Zum 01.10.2005 gab es eine weitere Erhöhung um bis zu 10,4 % und zum 01.01.2006 folgt der dritte Aufschlag, der dann mit bis zu 9,4 % zu Buche schlagen wird.
Wie in Bochum wurden auch in Witten die Gaspreise zum 1. Oktober um etwa 0,58 Ct. angehoben. Über eine weitere Erhöhung um wahrscheinlich 0,58 Ct. wollte der Aufsichtsrat der Stadtwerke am 9. Dezember entscheiden. Bereits ohne diese Erhöhung sind die Wittener Gaspreise seit 2004 um über 29 % gestiegen.
Gleichzeitig sind auch die Strompreise in beiden Städten deutlich gestiegen. Seit 1. Januar kostet die Kilowattstunde in Witten z:B. 16,46 Cent. 2004 waren es noch 15,3 Cent, 2003 14,49 Cent.
Die Stadtwerke Bochum, Witten und Herne gehören einem gemeinsamen Verbund an, der sogannten EWMR. Der Gaseinkauf erfolgt im Verbund, aber die kommunalen Gremien oder Aufsichtsräte müssen den Tariferhöhungen zustimmen

Gespräche mit den Stadtwerken
All dies sagt wenig darüber aus, ob die Bochumer und Wittener Stadtwerke die Situation für zusätzliche Gewinnaufschläge genutzt haben. Beide bestreiten dies vehement.
Daher haben die Mietervereine Bochum und Witten gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Gespräche mit den Verantwortlichen aufgenommen. Kernforderung: Die Stadtwerke sollen mindestens die Preissteigerungen seit 01.01.2003 von unabhängigen Wirtschaftsprüfern untersuchen lassen. Grundlage soll dabei ein Prüfkonzept sein, dass von der Verbraucherzentrale NRW ausgearbeitet wurde.
Eine Überprüfung haben die Bochumer Stadtwerke inzwischen zugesagt – allerdings zunächst nur für die Zeit ab 01.01.2005 und auch nur durch einen Wirtschaftsprüfer, den sie selber bestimmen wollen.
Inzwischen gibt es erste Signale, den Prüfzeitraum deutlich auszudehnen.

Die Mietervereine sind skeptisch, begrüßen aber einhellig die Gesprächsbereitschaft der Stadtwerke. Michael Wenzel, Geschäftsführer des Bochumer Mietervereins: „Wir sehen schon das Bemühen der Verantwortlichen, allerdings müssen wir darauf achten, dass insbesondere die Mieter, die immerhin rund 80 % der Kunden stellen, finanziell nicht unter die Räder geraten!“

Um der Forderung nach transparenten Kalkulationen, aber auch nach noch Bemühungen um Energieeinsparung und Preisbegrenzung Ausdruck zu verleihen, rufen die Mietervereine Bochum und Witten ihre Mitglieder auf, den Preiserhöhungen zu widersprechen und die Erhöhungen nur unter Vorbehalt zu zahlen.


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