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Sa., 29.09.2007, 15:00 Uhr
Bochum, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg

ZWANGSRÄUMUNGEN UND GLOBALISIERUNG

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation COHRE (Centre on Housing Rights and Evictions, Genf) wurden zwischen 2003 und 2006 ca. 4,3 Mio Menschen für große Städtebauprojekte, für Mega-Events wie Olympiaden, für Straßenbaumaßnahmen und Stadtsanierungen vertrieben. Davon entfallen etwa ca. 2,1 Mio. Vertriebene in Asien und ca. 1,9 Mio. in Afrika. Die Dunkelziffer ist sehr hoch. Alltäglich Zwangsräumungen von Mietern und ärmeren Bewohnern in Nord-Amerika und Europa sind darin nicht enthalten.

Eine wesentlich Ursache der Zunahme der Zwangsräumungen ist der internationale Standortwettbewerb der Städte um Investoren und ein Stadtbild, das für gehobene Mittelschichten attraktiv ist. Armensiedlungen passen da nicht ins Bild. Vor allem in boomenden Schwellenländern entstehen hochgradig spekulative Immobilienmärkte, die die Wohnbedürfnisse der Armutsbevölkerung missachten. In Freihandelszonen und bei großen Entwicklungsprojekten werden neben Arbeitsschutzrechten auch die Land-Rechte der einheimischen Bevölkerung verletzt. Generell ist es neben der Privatisierung also die wirtschaftliche Globalisierung für die massenhafte Verletzung des Menschenrechts auf Wohnraum mit verantwortlich ist. Ebenso wie für die wachsende Unsicherheit des Wohnens im "Norden".

Bei unserem Workshop mit internationalen Gästen aus Ägypten, Brasilien, Mexiko und Nigeria wollen wir uns ein Bild von der Situation machen, Ursachen diskutieren und die Frage aufwerfen, wie die globalisierungskritischen Bewegungen ebenso wie die Bewohnerbewegungen in Deutschland auf diese Situation reagieren können.

Internationale Gäste (vorrausichtlich):

- Joseph Schechla, Habitat International Coalition- Housing and Land-Rights Network (HLRN), Kairo, Ägypten

- Victoria Ohaeri Ihuoma, SERAC, Lagos, Nigeria

- Manal Tibe, Egypt Centre for Housing Rights, Cairo, Ägypten

- Evaniza Rodriguez, UMMSP (eine Favela-Organisation), São Paulo, Brazil

- Lorena Zarate, Habitat International Coalition Büro Latein-Amerika, Mexico City

Knut Unger, Mieterforum Ruhr und Habitat Netz

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