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Ruhrstadt, Deutschland, 18.12.2009

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PM: Mieterbündnis kündigt Protestaktionen gegen Börsengang der Evonik-Wohnungen an

Die geplante Herauslösung der Geschäftsbereiche Immobilien und Energie aus dem „integrierten Mischkonzern“ Evonik Industries stößt auf heftigen Widerstand der Ruhrgebietsmieter. Die im Mieterforum Ruhr zusammengeschlossenen Mietervereine aus Bochum, Dortmund, Witten und Essen wollen die Evonik-Mieter auf die Straße bringen. Helmut Lierhaus, Sprecher des Mieterbündnisses: „Ein Börsengang ist der sichere Tod des Mietwohnungsbestandes. Dagegen wollen wir im Ernstfall auch mit schwarzen Fahnen vor Evonik-Zentralen demonstrieren.“

Auf Nachfragen des Mieterforums Ruhr hatte bisher Wilhelm Bonse-Geuking, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung, der Evonik Industries noch zu knapp 75 Prozent gehört, beschwichtigt, dass kein Verkauf der Immobiliensparte geplant sei. Jetzt ist doch beschlossene Sache, dass die 60.000 Wohnungen - möglichst nach Zusammenlegung mit den 70.000 Wohnungen der Gelsenkirchener Wohnungsgesellschaft THS - über die Börse verkauft werden sollen. Das Mieterforum Ruhr macht besonders die britische CVC Capital Partners für den Strategiewechsel verantwortlich, der beim Kauf der Beteiligung von 25,1 Prozent an Evonik Indusries eine jährlich steigende Mindestdividende zugesagt wurde.

Helmut Lierhaus: „Es gibt ein warnendes Beispiel für die Folgen eines Börsengangs. Die ebenfalls in Essen ansässige Gagfah, ehemals Wohnungsgesellschaft des Rentenversicherungsträgers BfA, wurde nach der Privatisierung von der amerikanischen Fortress teilweise über die Börse verkauft. Die Kurse stürzten schnell in den Keller. Um dennoch hohe Dividenden zahlen zu können, wird der Wohnungsbestand ausgeplündert und verfällt zusehends.“

Die von Evonik Wohnen GmbH verwaltet 60.000 Wohnungen stammen von ehemals acht eigenständig am Markt agierenden Wohnungsgesellschaften. Die regionalen Schwerpunkte der zum größten Teil als Sozial- und Werkswohnungen errichteten Wohnungen sind neben dem Ruhrgebiet der Raum Aachen und die „Rheinschiene“ Düsseldorf-Köln-Bonn.

Das Mieterforum Ruhr setzt auf den Mieterprotest und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie IG BCE. Schon die Verschmelzung von Evonik Wohnen und THS würde auch die 70.000 THS-Wohnungen unter hohem Renditedruck setzen. Die IG BCE hatte den Verkauf ihres Anteils von 50 Prozent an der THS bisher immer abgelehnt. Helmut Lierhaus appelliert: „In den THS- und Evonik-Wohnungen stecken viele Bindungen aus Belegungsrechten und Sozialleistungen für ehemalige und aktive Bergleute. Dieses Sozialkapital darf nicht über die Börse verzockt werden.“

Redaktion, Mieterforum Ruhr

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