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10. Dezember 2014 (Vonovia)

Annington stellt sich Fragen der Mieter: Mieterversammmlung in Weitmar- Bärendorf

Überaus gut besucht war die Mieterversammlung, zu der der Annington-Mieterbeirat in Bochum-Weitmar und der Mieterverein gemeinsam eingeladen hatten. Rund 120 Mieterinnen und Mieter bombardierten die ebenfalls anwesenden Vertreter/innen der Deutschen Annington mit ihren Fragen und Anliegen.

Im Vorfeld der Versammlung hatten Mieterbeirat und Mieterverein die rund 1.500 Mieterinnen und Mieter der Annington mit einer vierseitigen Zeitung zum Termin eingeladen und die Arbeit des Mieterbeirates und das Thema Nebenkosten informiert. Erfreulich war die Tatsache, dass die Annington sich bereit erklärt hatte, bei der Versammlung Rede und Antwort zu stehen. So hatten die Verantwortlichen, Herr Leygraf und Frau Raubuch, auf der Versammlung jede Menge Fragen zu beantworten.

Viele Fragen kreisten dabei rund um die Themen Grundstückspflege und Objektbetreuer. Von den Mietern wurde vor allem der schlechte Pflegezustand der Grünflächen bemängelt, was Herr Leygraf, zum Erstaunen der Anwesenden, auch einräumte. Allerdings sei man dabei, durch neue Absprachen und engere Kontrollen künftig einen besseren Pflegezustand zu gewährleisten. Keine Rede war allerdings davon, solange auf einen Teil der in Rechnung gestellten Kosten zugunsten der Mieter zu verzichten.

Ein weiteres Ärgernis sind für viele Mieterinnen und Mieter offenbar auch die Objektbetreuer. Allgemeiner Tenor: Wo sind sie denn überhaupt? Viele Mieter haben den Eindruck, dass sie für Personal bezahlen, das nicht anzutreffen ist. Da geriet leider die Frage etwas in den Hintergrund, welche Kostenanteile überhaupt auf die Mieterinnen und Mieter umlegbar sind. Dies ist nämlich zwischen Mietervereinen und Annington überaus umstritten. Mietervereins-Juristin Sabine Mosler-Kühr schimpfte unter Beifall–: „Die Objektbetreuer protokollieren die Mängel der Grünpflege, aber es ändert sich nichts, und die Mieter sollen hinterher die Grünpflege und die Objektbetreuer bezahlen.“

Erfolg am Rande

Die Diskussion um Nebenkosten wurde jedoch schnell von einem aktuellen Ärgernis überschattet. Wenige Tage vor der Versammlung gab es erneut einen Defekt in dem Heizhaus an der Weitmarer Streße, das rund 500 Wohnungen in der Siedlung mit Wärme versorgt. Obwohl die Anlage erst 2012 aufwändig saniert worden war, gab es erneut ein Leck – und in der Folge Heizungsausfälle in den angeschlossenen Wohnungen.

Hier konnten Mieterbeirat und Mieterverein einen schnellen Erfolg verbuchen. Gefragt, wie viel Mietminderung hier wohl angemessen wäre, taxierte Sabine Mosler-Kühr die Höhe unter Berücksichtigung der zu diesem Zeitpunkt milden Witterung auf 20 %. Die Annington teilte dem Mieterbeirat und dem Mieterverein zwei Tage nach der Versammlung mit, dass man allen betroffenen Mietern einen entsprechenden Betrag gutschreiben würde – immerhin 25 € pro Mietpartei.

Modernisierung angekündigt

Neben der weiterhin ungeklärten Nebenkostenfrage zeichnete sich bereits ein neues Thema für die Weitmarer Mieterinnen und Mieter ab: Herr Leygraf teilte auf der Versammlung mit, dass in den kommenden Jahren im größeren Umfang Modernisierungsmaßnahmen geplant seien. Rund 400 Wohnungen seien davon betroffen. Das wäre immerhin ein gutes Viertel aller Annington-Wohnungen in Bochum-Weitmar.

Damit steht das nächste Streitthema wohl ebenfalls fest, denn nach den bisherigen Erfahrungen mit Modernisierungsmaßnahmen der Annington, ist davon auszugehen, dass die Instandsetzungsanteile sicher auch in Weitmar zu niedrig angesetzt werden. Diese dürfen nämlich bei der Umlegung der Modernisierungskosten auf die Mieter nicht berücksichtigt werden.


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