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10. April 2006 (Gagfah)

Fortress erobert Dresden

Elb-Kommune wohnungslos - Der Verkauf der kommunalen Dresdener Wohnungsbaugesellschaft an den US-amerikanischen Spekulationsfonds Fortress hat die bundesweite Debatte zur Zukunft der kommunalen Wohnungswirtschaft angeheizt. Etliche Großstädte im Westen wollen aber zur Zeit nicht dem Dresdener Beispiel zur Haushaltssanierung auf Kosten der Mieter folgen. Wie lange werden die guten Vorsätze anhalten?

Trotz mancher Warnungen von Prominenten wie dem Münchener Oberürgermeister Ude dürften Dollarzeichen bei gebeutelten Stadtkämmerern aufleuchten: Durch den umstrittenen Verkauf ihrer 48000 Wohnungen ist Dresden über Nacht "schuldenfrei" geworden. Diese Situation dürfte allerdings nicht lange anhalten.
Auf "wohnungslose" Städte können durchaus auch zusätzliche Ausgaben zukommen, weil sie nicht mehr über Partner zur Versorgung einkommensschwacher Haushalte, für die Quartiersentwicklung oder den Stadtumbau verfügen.
Die angeblich so vorbildliche "Sozialcharta", die Fortress zu Mieterschutz verpflichten soll, ist nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes eine Mogelpackung. Der Kündigungsschutz geht nicht über gesetzliche Bestimmungen hinaus und die durchschnittliche Beschränkung der Mieterhöhungen lässt jede Menge Spielräume für massive Erhöhungen, dort wo sie durchsetzbar sind.
Mit dem Sieg in der Dresdener Bieterschlacht hat Fortress gegenüber Branchenführer Annington aufgeholt und besitzt nun 160.000 Wohnungen in ganz Deutschland. Zu diesem Wachstum hat in letzter Zeit auch der Kauf von über 4000 Wohnungen von der LEG-NRW beigetragen. Fortress will seine Aufkäufe unter dem Dach von Gagfah und Nileg bündeln und möglichst bald an die Börse bringen.


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