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20. Mai 2009 (Gagfah)

Gagfah: Dividende auf Kosten der Mieter

Die Fortress-Fonds, bis vor kurzem Mehrheitseigner des luxemburgischen Steuerflucht-Vermieters GAGFAH, stecken in den USA und Kanada in der Krise. Da müssen neue Maßnahmen ergriffen werden, um die lange im Kurstief dümpelnde Gagfah zu melken. Durch Auslagerungen, verstärkte Mieterprivatisierungen, Mieterhöhungen und niedrige Instandhaltungskosten konnte die Gagfah im Geschäftsbericht für 2008 Ergebnisse ausweisen, die den Aktionären gefielen. Von üppigen Dividenden gestützt kam es zu einem Kurssprung, der nun auch weitere Aktienverkäufe für Fortress lukrativ macht.

Im Jahr 2008 hat Gagfah laut Geschäfts-bericht 8,33 Euro/qm für Instandhaltungen aufgewandt, gegenüber 8,23 Euro/qm in 2007. Seit Jahren häufen sich Meldungen über mangelnde Instandhaltung. Im September 2008 lagerte die Gagfah die Instandhaltung an die GFP Enders und B&O aus. Einen Monat später wurden die Mehrheitsanteile an Enders von einem führenden Unternehmen in der Müllwirtschaft übernommen. Nach diversen Presseberichten wollte der bisherige Gagfah-Chef Drescher den Crash-Kurs nicht mehr mitmachen und verließ das Unternehmen.
In 2008 steigerte die Gagfah die Anzahl der Einzelprivatisierungen um 98 %. Ziel für das nächste Jahr sind Verkäufe im Wert von 500 Mio €. Zum Jahresergebnis beigetragen haben außerdem Steigerungen der Kaltmiete um 2 % und eine Senkung der Leerstandsquote von 4,4 auf 3,9 %. Trotz all dem wurde 2008 ein Verlust vor Steuern in Höhe von 119,5 Mio Euro eingefahren. Die Gagfah kann ihre Dividenden nur durch weiteres Auszehren der Bestände erwirtschaften.


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