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1. September 2009 (Ohne Kategorie)

Auch Mieter elektrisch mobil

Die Bundesregierung hat ein ziemlich großartig klingendes Programm beschlossen, um den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu reduzieren. Bis zum Jahre 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen rollen. Allerdings hat sie weder ein Förderprogramm zur Markteinführung beschlossen, noch irgendetwas dazu gesagt, woher der Strom kommen soll. Und als Mieter fühlt man sich – mal wieder – alleine gelassen.

Wer ein Häuschen mit Garage oder wenigstens einem Stellplatz sein eigen nennt, ist fein heraus, wenn ein Elektroauto aufzuladen ist. Doch was tut man, wenn man im Geschosswohnungsbau haust – als Mieter? Hängt dann ein 50 Meter Kabel von jedem Balkon bis hinunter auf die Straße, wo das gute Stück unter einer Laterne parkt? Und muss man befürchten, dass der böse Nachbar im Laufe der Nacht sein Auto an die Steckdose hängt, die ihm nicht gehört?

In Bochum hat man weiter gedacht. Das Netzwerk "ruhrmobil-E", dass es sich zum Ziel gesetzt hat, Bochum zur Modellstadt für elektrische Mobilität zu machen, hat die Stadtwerke und das städtische Wohnungsunternehmen VBW an einen Tisch gebracht. Das erste Ergebnis ist vor dem Hause Matthias-Claudius-Straße 25 zu bewundern: Die erste Solartankstelle für Mieter. Sie kann zum Beispiel einen Mitsubishi i-MiEV in einer halben Stunde so voll "tanken", dass er wieder 120 Kilometer weit fahren kann. Das schafft keine normale Steckdose. Kosten: 1,50 bis 3,00 Euro. In der Flüssesiedlung, im Grummer Karree, Im Hole und Am Kreuzkamp sollen kurzfristig weitere entstehen.

Und weil Elektroautos immer nur so umweltfreundlich sind wie der Strom, mit dem sie fahren, ist klar, dass dieser möglichst aus regenerativen Energien stammen sollte. Auch ein Grund, warum die heimische Steckdose nicht die erste Wahl ist, wenn’s ums Tanken geht. Denn was da raus kommt, stammt im Bundesdurchschnitt zu 88 Prozent aus Atomen, Kohle und Gas. In Bochum sind die Stadtwerke besonders stolz, dass der Anteil regenerativer Energien an ihrem Strom-Mix nicht nur bei 12, sondern bei 22 Prozent liegt.

An der Matthias-Claudius-Straße wird dagegen reiner Solarstrom getankt, der noch dazu direkt an dieser Stelle erzeugt wird. Sieben Stockwerke hoch ist das Haus Nummer 25, und seine nach Süden weisende Fassade ist komplett mit Solarzellen gepflastert, die die Stromzapfsäule speisen. Wer dort tanken will, muss sich natürlich bei den Stadtwerken anmelden. Man erhält dann einen Schlüssel, der in alle Stromzapfsäulen in Europa passt. Und so wird der Traum vom emissionsfreien Autofahren auch für Mieter Realität.


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