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26. Juni 2012 (Griffin Rhein-Ruhr)

Altendorf kommt nicht zur Ruhe - Griffin-Karussell: Verkauf statt neuer Investor

Griffin-Mieter aufgepasst: Mit dem Verkauf aller Häuser ist noch in diesem Jahr zu rechnen.

Noch vor Jahresende wird der dänische Investorfonds verkaufen müssen: Dann wechseln gut 4900 Wohnungen in NRW, die derzeit noch von der Griffin Rhein Ruhr GmbH & Co. KG verwaltet werden, den Besitzer. In Essen geht es um 674 Wohnungen.

Schuldenschnitt gescheitert
Bereits im Jahr 2011 hatte der Fonddirektor Henrik Frisch aus Kopenhagen nach einem Käufer für Griffin Rhein Ruhr gesucht. Dabei ging es vor allem um Verhandlungen mit einer ähnlichen "Heuschrecke", der schweizerischen Private Equity-Investor Corestate Capital Advisors GmbH.

Doch daraus wurde nichts, wie Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund weiß: "Corestate wäre nicht an einer langfristigen Bewirtschaftung der Bestände interessiert gewesen, sondern plante – gemäß der idealtypischen Strategie eines Finanzinvestors – einen Ausstieg nach fünf Jahren. Corestate kam jedoch nicht zum Zug. Die Gläubigerbank stimmte dem Verkauf nicht zu. Der Verkaufserlös war der Bank wohl zu gering."

Banken in die Pflicht: WestLB und Credit Suisse
Im Mai sollte darum ein Bieterverfahren starten. Wer am meisten zahlt, übernimmt dann den Wohnungsbestand spätestens zum Januar 2013. So steht es zumindest im Protokoll der Gesellschafterversammlung. Wer nun neuer Besitzer der Griffin-Wohnungen wird, ist ungewiss.

Das ist besonders schade für die Mieter der Griffin-Bestände in Altendorf. "Seit einiger Zeit tut sich dort nämlich was", weis Karin Schnittker vom Beirat der Mietergemeinschaft Essen. Sie hat dort vor einigen Jahren viele Mieterversammlungen begleitet, in denen es vor allem um Instandhaltungsmaßnahmen an den besonders maroden Gebäuden ging. Auch die Mitarbeiter des Stadtteilprojektes Altendorf bestätigen das: "Seit die Immobilienverwaltung WVB Centuria eine Sprechstunde vor Ort eingerichtet und mit einer jungen Kollegin besetzt hat, tut sich auch was, wenn die Mieter Mängel melden. Wenn das hier wieder verkauft wird, fangen wir von null an."

Auch aus Sicht von Tobias Scholz droht eine Hängepartie. Deshalb fordert er die derzeitigen Investoren und vor allem die verantwortlichen Banken – wie die Credit Suisse oder auch die WestLB - auf, ihrer Pflicht nachzukommen und Geld nachzuschießen. Schließlich dürfen nicht die Mieter unter der Profitmacherei leiden. Doch genau dies passiert. Nimmt man die WestLB unter die Lupe wird schnell klar, dass die landeseigene Bank versucht hat mit spekulativen Immobiliengeschäften auf dem Rücken der Mieter Geld zu verdienen. Mit Profiten auf dem Rücken der Mieter muss in NRW endlich Schluss sein!


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